Symptom-Finder

Bei Beschwerden im Magendarmtrakt lohnt sich ein Blick in den Symptom-Finder, um erste Anhaltspunkte über eine mögliche Erkrankung zu erhalten. Anhaltende oder wiederkehrende Symptome sollten stets abgeklärt werden – vom Hausarzt oder in der Sprechstunde unserer gastroenterologischen Praxis.

Unter Sodbrennen versteht man einen brennenden oder stechenden Schmerz hinter dem Brustbein. Sodbrennen ist oft abhängig von der Nahrung und tritt insbesondere nach dem Konsum von Alkohol, fetthaltigen oder scharf gewürzten Speisen auf. Häufigste Ursache ist das Zurückfliessen des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre (Refluxerkrankung). Um andere Ursachen wie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, Tumoren oder Entzündungen in der Speiseröhre (Pilzbesiedelung bzw. eosinophile Oesophagitis) auszuschliessen, wird die Durchführung einer Magenspiegelung empfohlen.

Nach einem üppigen Essen ist saures Aufstossen keine Seltenheit. Fliesst jedoch regelmässig Magensaft in die Speiseröhre zurück (Refluxerkrankung) oder tritt als Folge des sauren Aufstossens ein chronischer Reizhusten auf, so empfiehlt sich eine Magenspiegelung. Dabei werden die Schleimhäute der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms untersucht, um schwere entzündliche Veränderungen (Geschwüre oder Tumoren) auszuschliessen.

Schluckstörungen können harmlos und vorübergehend sein, aber auch auf eine Erkrankung hindeuten. Häufigste Ursache ist der Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre (Refluxerkrankung). Für Schmerzen beim Schlucken – oder für das Gefühl des Steckenbleibens von Speisen – können aber auch andere entzündliche Veränderungen sowie narbige oder tumorbedingte Verengungen verantwortlich sein. Auftreten können Schluckstörungen schliesslich auch bei Bewegungsstörungen der Speiseröhre oder bei einer Erkrankung des zentralen Nervensystems (Hirnschlag, Morbus Parkinson usw.). Zur Abklärung häufiger Schluckstörungen wird zunächst eine Magenspiegelung empfohlen, im weiteren Verlauf evtl. eine 48 h Kapsel-pH-Metrie und/oder eine Oesophagus-Manometrie.

Mit «Völlegefühl» wird das unangenehme Empfinden eines übervollen Magens und/oder Darms umschrieben. Ein Völlegefühl entsteht im Bauch durch verschluckte Luft, im Darmbereich durch übermässige Gasbildung oder mangelnde Gasabfuhr. Typisch ist ein regelrechter, stark angespannter und nach vorne gewölbter «Blähbauch». Das Völlegefühl ist Anzeichen einer Verdauungsstörung (Dyspepsie) und tritt häufig im Zusammenhang mit anderen Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Sodbrennen oder Aufstossen auf. Bei regelmässigem oder anhaltendem Völlegefühl sind meist umfassende Abklärungen in der Sprechstunde notwendig.

Je nach Lokalisation der Schmerzen wird zwischen Oberbauchschmerzen (Schmerz oberhalb des Bauchnabels) und Unterbauchschmerzen (Schmerz unterhalb des Bauchnabels) unterschieden.

Typische Ursachen von Oberbauchschmerzen sind Erkrankungen von Magen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Milz und allenfalls des Zwerchfells oder der Nieren. Auch eine gefährliche Ausweitung der Hauptschlagader (Aneurysma) oder ein Herzinfarkt können Oberbauchschmerzen auslösen. Neben einer körperlichen Untersuchung, und Blutentnahmen, werden häufig zur Abklärung eine Ultraschalluntersuchung und eine Magenspiegelung erforderlich.

Schmerzen im Bereich des Unterbauches sind häufig bedingt durch Erkrankungen des Dünn- oder Dickdarms, Aber auch Erkrankungen der Harnblase, der Prostata, oder der gynäkologischen Organe können für Unterbauchschmerzen verantwortlich sein. Nebst der körperlichen Untersuchung werden zur Abklärung häufig eine Ultraschalluntersuchung und eine Darmspiegelung vorgenommen.

Bei anhaltenden, oder wiederkehrenden Beschwerden sollten sie sich in der allgemeinen Sprechstunde vorstellen, um ihre Beschwerden in Ruhe zu analysieren. Gemeinsam mit ihnen können wir im Rahmen ihres Arztbesuches das weitere Vorgehen, bzw. die weiterführenden notwendigen Abklärungen besprechen.

Schmerzen im Brustbereich sind oft die Folge relativ banaler Muskel- oder Skelettbelastungen – können aber auch auf ernsthafte Erkrankungen des Herzens oder der Lunge hinweisen. Auch Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre können sich in Brustschmerzen äussern. Treten Schmerzen im Brustbereich chronisch oder in Kombination mit Rückenschmerzen auf, so klärt der Hausarzt zunächst eine allfällige Herz- oder Lungenerkrankung ab. Sind diese Ursachen ausgeschlossen, werden im Rahmen einer Gastroskopie die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht.

Akuter Husten wird vorwiegend durch virale Infekte der Atemwege ausgelöst und klingt gewöhnlich innerhalb von vier Wochen ab. Ein mehr als acht Wochen anhaltender Husten kann andere Ursachen haben – beispielsweise eine Entzündung in der Nase oder in den Nasennebenhöhlen, eine asthmatische Erkrankung oder exzessives Rauchen (Raucherhusten). Ein chronischer Husten kann aber auch durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre (Refluxerkrankung) ausgelöst werden. Nicht selten ist chronischer Husten das einzige Symptom der Refluxerkrankung, die keineswegs zwingend mit Sodbrennen oder saurem Aufstossen verbunden sein muss. Kann chronischer Husten nicht mit einer Entzündung in der Nase oder in den Nasennebenhöhlen bzw. mit einer asthmatischen Erkrankung erklärt werden, so empfiehlt sich zur Abklärung einer möglichen Refluxerkrankung eine Magenspiegelung.

Übelkeit und Erbrechen sind unspezifische Symptome, die nicht nur auf eine Schwangerschaft hinweisen können, sondern auch auf zahlreiche Erkrankungen. So verursachen etwa migräneartige Kopfschmerzen, Störungen des Gleichgewichtsorgans oder Gehirntumoren Übelkeit und Erbrechen. Häufig liegt indessen ein Leiden des Magendarmtrakts vor. Dazu gehören etwa Lebensmittelvergiftungen, Infektionen, Entzündungen von Magen oder Speiseröhre, aber auch Darmerkrankungen. Treten die Symptome Übelkeit und/oder Erbrechen regelmässig auf, sollte die Ursache in der Sprechstunde abgeklärt werden.

Blähungen sind die Folge einer übermässigen Luftansammlung bei der Gasbildung im Darm. Die häufigsten organischen Ursachen sind entzündliche Veränderungen im Dünn- und Dickdarm. Aber auch chronische Infekte, eine Refluxerkrankung, oder eine Fermentstörung der Bauchspeicheldrüse können für Blähungen verantwortlich sein. Sehr häufig sind auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Basis für das Leiden. Gerne beraten wir sie in unserer Sprechstunde.

Anhaltender Durchfall (Diarrhöe) kann verschiedene Ursachen haben: organische Erkrankungen des Dünn- oder Dickdarms als Folge eines Infekts, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa (Spezialsprechstunde für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) (Spezialsprechstunde für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED))), kollagene Colitis, lymphozytäre Colitis und intestinale Spirochätose .

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind häufige Ursachen des chronischen Durchfalls. Bauchspeicheldrüsenfermentschwächen (exokrine Pankreasinsuffizienz) sowie diverse Medikamente können ebenfalls für Durchfälle verantwortlich sein. Das Malassimilationssyndrom (beispielsweise nach operativer Entfernung von Teilen des Dünndarms), Stress und psychische Belastung, führen häufig zu Durchfällen. Anhaltender Durchfall sollte in der Sprechstunde abgeklärt werden.

Als Verstopfung (Obstipation) werden eine (zu) seltene Darmentleerung bzw. (zu) harter Stuhl bezeichnet. Die Stuhlfrequenz ist bei jedem Mensch unterschiedlich und kann von dreimal täglich bis hin zu alle drei Tage schwanken. Ursachen für eine Verstopfung können zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, mangelnde körperliche Bewegung, Fehlernährung mit zu wenig Ballaststoffen, Medikamente (Antidepressiva Neuroleptika usw.) oder Eisenpräparte sein. Aber auch Fehlfunktionen der Schilddrüse, ein nervöser Darm, Darmerkrankungen (Dickdarm- oder Mastdarmkrebs) entzündliche oder narbige Verengungen im Dünn- oder Dickdarm – und schliesslich auch eine Schwangerschaft – können Verstopfung verursachen. Organische Ursachen lassen sich mit einer Darmspiegelung ausschliessen oder bestätigen.

Frisches Blut im Stuhl ist als hellrote Beimengung erkennbar; es gibt aber auch nicht direkt sichtbares Blut, das zu einer Dunkelfärbung (bis Schwarz) des Stuhls führen kann. Oft sieht man dem Stuhl einen chronischen Verlust von kleinen Blutmengen aber überhaupt nicht an. Häufigste Ursache für einen Frischblutabgang im Darm sind Hämorrhoiden oder Verletzungen der Schliessmuskelschleimhaut (Analfissuren). Aber auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Tumoren im Enddarm können für einen hellroten Blutabgang verantwortlich sein. Seltene Ursache ist eine sogenannte Divertikel-Blutung. Ob sichtbar oder nicht sichtbar: Blut im Stuhl ist stets ein Alarmzeichen, welches zwingend abgeklärt werden muss. Oft wird zur Klärung der Ursache eine Koloskopie und/oder eine Proktoskopie vorgenommen.

Bei Stuhlinkontinenz fehlt die Kontrolle über den Analkanal und den Schliessmuskel, was dazu führt, dass Darminhalt und Darmgase nicht mehr im Enddarm zurückgehalten werden können. Ungewollter Stuhlverlust kann vielfältige Ursachen haben und sollte dringend abgeklärt werden. Zur Basisdiagnostik gehören die Untersuchung des Enddarms (Proktoskopie) sowie eine Darmspiegelung (Koloskopie). In manchen Fällen, ist auch eine Funktionsdiagnostik des Schliessmuskels erforderlich. Die Therapiemöglichkeiten richten sich nach der Ursache der Stuhlinkontinenz und reichen von Medikamenten über Beckenboden-Training oder Biofeedback bis hin zu einer Operation des Schliessmuskels.

Häufigste Ursache für anale Schmerzen sind Hämorrhoiden oder sogenannte Analfissuren. Auch bakterielle Afterentzündung (Anitis), perianaler Pilzbefall oder anorektales Schmerzsyndrom (Proctalgia fugax) können solche Beschwerden auslösen. Anhaltende Schmerzen im Analbereich sollten in der Sprechstunde abgeklärt werden; die Ursache lässt sich oft mit einer Proktoskopie bestimmen. Der Fachbegriff Pruritus ani beschreibt juckende Missempfindungen am Ausgang des Enddarms (Anus). Obwohl viele Menschen unter diesen Beschwerden leiden, ist analer Juckreiz ein Tabuthema. Juckreiz im Analkanal tritt oft bei proktologischen Leiden auf – also bei Erkrankungen des letzten Darmabschnitts. Häufige Ursachen sind Hämorrhoiden, Verletzungen des Schliessmuskelkanals (Analfissuren), Infektionen, mangelhafte oder übertriebene Hygiene sowie Kontaktallergien – beispielsweise durch das Benutzen von parfümiertem Toilettenpapier oder feuchten Hygienetüchlein. Anhaltender Juckreiz sollte in der Sprechstunde abgeklärt werden; die Ursache lässt sich oft mit einer Proktoskopie bestimmen.

Appetitmangel oder ungewollter Gewichtsverlust können unterschiedliche Ursachen haben. Verantwortlich dafür können entzündliche und tumoröse Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, sowie des Dünn- und Dickdarms sein. Anhaltende Appetitlosigkeit bzw. ungewollter Gewichtsverlust sollten in der Sprechstunde abgeklärt werden.